In einer Streicherklasse erlernen die Kinder in der Orientierungsstufe in ihrem Musikunterricht die Instrumente Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass. Das Erlernen des Instruments tritt dabei nicht an Stelle des Musiklernens im Sinne des Lehrplans, sondern dient als Werkzeug, um die Inhalte auf eine dem Fach in besonderer Weise entsprechenden Weise zu vermitteln. Instrumentalklassen (also auch Bläser- oder Keyboard-Klassen) erlernen Musik, indem sie Musik machen.
Streicherklassen existieren bereits in mehreren Schulen in Rheinland-Pfalz (z.B. am Carl-Bosch-Gymnasium Ludwigshafen); die Erfahrungen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Kinder bei ihrem Instrument bleiben, d.h. sie nehmen nach der 6. Klasse Einzelunterricht und wachsen in die Orchesterarbeit der Schule hinein.
Es lassen sich positive Auswirkungen auf Konzentrationsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Sozialverhalten beobachten.
Grundlage für das methodische Vorgehen ist ein von Paul Rolland sehr gut durchdachtes und bis ins Detail ausgearbeitetes Konzept, das die Bewegungsabläufe für alle Streichinstrumente berücksichtigt. Auf diesem Konzept basieren auch die meisten vorliegenden Unterrichts- werke. Das gemeinsame Musizieren im Klassenorchester von Anfang an motiviert dabei sehr stark. Team-teaching mit einem Instrumentalpädagogen zusammen sorgt dafür, dass Einzelwahrnehmungen berücksichtigt werden können, während die Gruppe als ganze angeleitet wird. Selbstverständlich wird auch in Instrumentalklassen gesungen.
Fritz Burkhardt hat eine umfangreiche Fortbildung in dieser Methodik absolviert.
Der Musikunterricht in der Streicherklasse wird dreistündig erteilt. Es muss nicht unbedingt eine Klasse als Streicherklasse geführt werden, sondern es können - ähnlich wie in Religion - zwei Klassen gekoppelt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Kinder weiterhin nach den bisher üblichen Kriterien (Ortsteil, gemeinsamer Schulweg) auf die Klassen verteilt werden können. Die Schüler brauchen kein eigenes Instrument; sie zahlen für ihr Instrument lediglich eine monatliche Gebühr von 15 €, die für die Wartung, Finanzierung und Versicherung der Instrumente sowie für den zusätzlichen Instrumentalpädagogen aufgewendet werden.
Obwohl das Gymnasium am Kaiserdom bereits über Instrumente verfügt, müssen für die Streicherklasse noch zahlreiche Streichinstrumente angeschafft werden. Es fehlen hauptsächlich kleine Instrumente ( 1/2 und 3/4 Geigen, Bratschen und Celli, 1/2 Kontrabässe).
Wenn jemand ein lange nicht mehr benutztes Instrument einer sinnvollen Verwendung zuführen möchte, kann er sich an Fritz Burkhardt wenden, der das Streicherklassenprojekt betreut (Tel. 06232/6772-15 oder privat: 06321/355329).