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Rheinpfalz vom 25. Mai 2013 (apk)
SCHÜLER SPIELEN GELEHRTER UND KAISER
Das Johann-Joachim-Becher-Haus (JJBH) in der Kleinen Pfaffengasse kooperiert seit sieben Jahren mit hiesigen Schulen. Jetzt haben sich auch Schüler der elften und zwölften Klasse des Gymnasiums am Kaiserdom (GaK) Speyer an vier Tagen mit dem Werk des Speyerer Vielfachgelehrten Johann Joachim Becher auseinandergesetzt. Die Arbeitsthemen der Gruppen waren Energie, Medizin sowie Merkantilismus. Die Schüler gestalteten Schautafeln und spielten kurze Rollenspiele, in denen sie in die Haut von Prominenten des 17. Jahrhunderts wie etwa Kaiser Leopold I. schlüpften. So entwarf eine Gruppe ein fiktionales Verkaufsgespräch zwischen Becher und dem Kaiser: Der Gelehrte möchte den Adligen überzeugen, eine durch Wasserkraft betriebene Maschine zu kaufen, mit der Energie erzeugt werden kann. Demonstriert werden konnte das Prinzip an einem Modell im Becher-Haus. Timo Effler, Lehrer für Deutsch, Latein und Geschichte am GaK, war zufrieden mit den Leistungen seiner Schüler: „Sie haben schnell begriffen, dass Bechers Gedanken zur Frage, wie man Energie gewinnen kann, auch heute noch aktuell sind.“ (apk)
Rheinpfalz vom 22. Mai 2013 (krx)
MIT ROBOTER ZUM VIZEWELTMEISTER
Schüler des Gymnasiums am Kaiserdom schneiden bei Finale der „First Lego League“ in den USA gut ab
Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der „First Lego League“ in St. Louis, USA, wird der Gruppe „SAP Removers“ mit Schülern des Gymnasiums am Kaiserdom wohl noch lange in Erinnerung bleiben: nicht nur, weil das Team einen Vizeweltmeister-Titel im Roboter-Design heimgebracht hat, sondern auch, weil vieles anders lief, als geplant.Die fünf Schüler um Coach Thomas Kögel mussten sich nach ihrem zweiten Platz im Wettbewerb für Zentraleuropa nun auch in St. Louis in vier Kategorien der Jury stellen. Im „Robot Game“ muss mit selbstgebauten Lego-Robotern ein Parcours mit mehreren Aufgaben absolviert werden. Im „Robot Design“ geht es um Mechanik, Programmierung und Strategie. Außerdem werden ein Vortrag und der Zusammenhalt des Teams bewertet. Knapp 80 Teams waren angetreten.Die Reise begann schon mit einer großen Aufregung: durch einen Streik der Lufthansa war der Flug der SAP Removers nach Chicago kurzfristig annulliert worden. Glücklicherweise konnte das Team einen Tag früher fliegen. Zeit zum Aufbau des eigenen Standes hatten die fünf Schüler dafür dann genug. Mit Luftballons und anderem Dekomaterial sollte er einen bleibenden Eindruck bei den Juroren hinterlassen. „Das ist ganz wichtig in den USA“, erzählt Fabian Kögel, mit 17 der Älteste des Teams. „Der eigene Stand soll immer gut besucht sein.“
Ihren Roboter hatten die SAP Removers vor dem Flug in Einzelteile zerlegt und sorgfältig verpackt. Trotzdem war beim Transport eine Achse beschädigt worden und der Roboter fand nicht mehr zu seiner alten Bestform. So reichte es nicht für eine Platzierung im Robot Game. „Wir waren ziemlich enttäuscht, denn bisher waren wir da sehr gut“, sagt Fabian.
Eine Super-Platzierung gab es für die drei deutschen Teams im Robot Design. Die SAP Removers wurden Zweite im Teilbereich Programmierung. Die Deutschen seien in Robotic und in Maschinenbau weltmarktführend, ist Fabians Erklärung dafür. Für die US-Teams zählten vor allem Spaßfaktor und Teamgedanke. Asiaten seien penibel und ungeheuer diszipliniert. „Asiaten üben 1000 Mal und verbessern ihren Roboter immer weiter, wir Deutsche denken lange über das Design nach und haben am Ende zu wenig Zeit zum Perfektionieren.“
Wie das Team in den anderen Bereichen abgeschnitten hat, weiß der Speyerer Schüler selbst nicht. Es werden in den Teilbereichen nur die drei Erstplatzierten genannt, und eine Regel schreibt vor, dass ein Team nicht in mehreren Bereichen vorne liegen darf. Zu den SAP Removers gehören neben Fabian Kögel dessen Schwestern Katharina (15) und Maria (11) sowie Marie Sautmann (16). Alle sind Schüler am „GaK“. Dazu kommt Tobias Gaumann (16) aus Münzesheim. Aus Altersgründen löst sich das Team nun auf. Einige werden im Lego-Team des GaK weitermachen. Fabian Kögel wird dort als Coach helfen.
Rheinpfalz vom 21. Mai 2013
SICHER BEI SOLI UND RAP-EINLAGEN
Das Gymnasium am Kaiserdom hat das Kindermusical „Coco Superstar“ mit über 100 Mitwirkenden zweimal in der Speyerer Stadthalle aufgeführt. Die Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 begeisterten die Zuschauer mit lustigen Szenen und fetzigen Songs.Das Stück spielt in einer Schulaula: Die Nachricht, dass Coco, der neue Star am Musikhimmel, einer Schülerin oder einem Schüler dieser Schule einen „Backstage-Pass“ für ihr nächstes Konzert schenken will, versetzt alle in helle Aufregung. Nun muss die Schulgemeinschaft also die oder den „Auserwählten“ finden. Doch nach welchen Kriterien soll man entscheiden? Es zeigt sich, dass jeder eine besondere Begabung hat. Frieden stiftet schließlich der pfiffige Hausmeister: Er organisiert eine exklusive Übertragung des Konzertes in die Schule, so dass am Ende niemand mehr zum Konzert will und alle lieber an der großen Party in der Schule teilnehmen. Die sympathische Botschaft des Stückes: Alle Begabungen und Aktivitäten in einer Schule sind gleich wichtig und willkommen. Folgerichtig taucht die Titelfigur – der „Superstar“ – in dem Stück überhaupt nicht auf.
Auf die Bühne gebracht hat dieses Stück das seit über zehn Jahren in diesem Genre am Gymnasium bewährte Team aus Anne Außel (Regie) und Michael Hilschmann (Musikalische Leitung), unterstützt von Martina Doser (Choreographie) und engagierten Eltern. Musiziert haben der Chor der fünften bis siebten Klassen, die „Vocalini“ und eine Ad-hoc-Combo aus Schülern. Die Jungschauspieler füllten ihre Rollen perfekt aus und meisterten sowohl den Rap und die Tanzeinlagen als auch die Gesangssoli ohne Probleme. Am Ende spendete das Publikum frenetischen Beifall.
Rheinpfalz vom 17. Mai 2013 (mer; Bildaufnahme: Bolte)
Speyerer Hockeyspielerinnen gewinnen ein Spiel
Nils berichtet: Die Mädchen aus dem Speyerer Gymnasium am Kaiserdom haben gestern in Frankenthal ein Schulturnier im Hockey bestritten. Ihr seht sie auf dem Bild im Spiel gegen Bad Dürkheim in blauen Trikots. Ganz rechts ist Paula Müller, links daneben Jule Handermann. Auch Handball- oder Fußballspieler machen neben ihren Spielen im Verein auch oft noch Partien mit ihrer Schulmannschaft. Manchmal trainieren sie auch gemeinsam an der Schule. Andere spielen nur in ihrem Schulteam zusammen, weil sie ja oft genug zu Hause in ihrem Klub üben. So ist das auch bei den Mädels aus dem Kaiserdom-Gymnasium. Sie spielen für den Hockeyclub Speyer. Eine spielt in Frankenthal. Dort war auch das Turnier, weil es hier einen großen Hockeyverein mit vielen Spielfeldern gibt. Speyer ist Vierter von acht angemeldeten Mannschaften geworden. Gegen eine Schule aus Mainz haben sie 4:0 gewonnen. Jule Handermann hat die meisten Tore geschossen und auch das einzige bei der Niederlage gegen Bad Dürkheim. Dadurch ist Dürkheim Dritter geworden. Der Ort ist sehr berühmt für Hockey. Das erste Spiel gegen Dürkheim und in der Runde der besten Vier gegen Frankenthal hat Speyer auch verloren. Speyer hat aber auch einige Anfängerinnen dabei gehabt.
Rheinpfalz vom 10. Mai 2013 (von Christina Kraus)
JUNGS LÜGEN AM SCHLECHSTESTEN
Erfolgreiche junge Speyerer Forscher berichten von ihren ausgezeichneten Projekten: Streusalz, selbst fahrendes Auto und Schwindeln
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Forscher unter sich: Sechs junge Speyerer waren vom Patenunternehmen Böhringer Ingelheim zum Landeswettbewerb von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ eingeladen waren. Im Februar hatten sie sich mit einen Sieg im Regionalwettbewerb für Ingelheim qualifiziert hatten. Mit einem ersten, einem zweiten und einem dritten Platz kamen sie heim <siehe Artikel vom 27.4.2013>. 136 Schüler waren in 56 Gruppen und sieben Kategorien am Start.Eddie Eddie Bochmann und Jonas Wüst erlebten eine Premiere. Die beiden Zwölfjährigen besuchen seit eineinhalb Jahren die Experimentier AG des Friedrich Magnus Schwerd-Gymnasiums. Vor sechs Jahren hatten Schwerd-Schüler schon einmal an einem Landeswettbewerb teilgenommen, dann versank die AG im Dornröschen Schlaf. Betreuerin Sandra Karp und zwei Kollegen sind dabei, sie wieder zu beleben - offensichtlich mit großem Erfolg, denn Eddie und Jonas, die einzigen Jugend forscht Teilnehmer der Schule, haben auf Anhieb gewonnen. „Streusalz – wichtig und richtig?“ hieß ihr Thema im Bereich Geo- und Raumwissenschaften. Drei Konkurrenten galt es zu schlagen. Forschungsobjekt war zunächst das Streusalz des Schul-Hausmeisters. „Wir wollten herausfinden, ob es für Pflanzen schädlich ist“, erklärt Eddie im RHEINPFALZ-Gespräch. Tatsächlich gediehen damit besprühte Kressepflanzen nur schlecht. Daraufhin nahm das junge Forscher-Duo die Zusammensetzung des Streusalzes unter die Lupe. Sie stellten unter anderem fest, dass es wirksamer ist als Speisesalz. Sie fragten, wie sich Glykol, das zum Enteisen von Flugzeugen genommen wird, im Vergleich zu herkömmlichem Streusalz verhält. „Es wirkt nur am Anfang etwas schneller“, erklärt Jonas.
„Am Gymnasium am Kaiserdom (GaK) besteht die Jugend forscht-AG von Oliver Hauck seit 2007. Damals gingen drei Gruppen an den Start. Insgesamt gab es am GaK seither 49 Jugend-forscht-Projekte, 13 Gruppen davon hatten sich für den Landeswettbewerb qualifiziert. Durch das anhaltend gute Abschneiden bei den Wettbewerben, hat sich die AG vergrößert. – personell und räumlich: Sechs Betreuungslehrer können inzwischen in einem eigenen, großen und mit neuen Computern ausgestatteten Raum arbeiten. Dank der gewonnen Schulpreise in den letzten Jahren, steht sogar ein bescheidener Forschungsetat zur Verfügung. Betreuungslehrer Peter Dauscher dankt: „Ich freue mich über große Wertschätzung der Schulleitung.“Zwei Gruppen waren diesmal mit von der Partie. Fabian Berkes (14) hat er zusammen mit seinem Freund Bernhard Eisvogel (14) aus dem Hans-Purrmann-Gymnasium dieses Mal ein Technik-Projekt bearbeitet. „Autos können mittlerweile alleine einparken und bremsen. Wir wollten ein Auto entwickeln, das völlig selbstständig fährt“, erzählt Bernhard. Die Autos waren aus Fischer-Technik-Steinen und diversen Sensoren schnell zusammengebaut, ebenso die passende Fahrbahn. Haarig war die Programmierung, die die Autos befähigte, selbstständig die Spur zu halten, zu überholen, abzubiegen. Gegen sechs andere Gruppen mussten sich Fabian und Bernhard behaupten. Ihr Projekt „Automobile auf dem Weg zur Autonomie“ erhielt den 2. Preis.
In Lara Walters (14) und Anna Röders Fachbereich Biologie gingen elf Gruppen an den Start. Lara und Anna holten Platz drei mit ihrem Projekt: „Ich sehe, dass du lügst – Er lügt am besten“. „Wir haben beide kleine Brüder, denen man ansieht, wenn sie lügen“, erzählt Anna. Das lieferte die Idee. Zunächst wurden Anzeichen für Lügen herausgefunden. „Wer lügt, blickt zum Beispiel oft nach links oder hat verkrampfte Hände“, erklärte Lara. In mehreren Tests haben sie ihr Wissen angewandt Ergebnis: Frauen lügen besser als Männer, die wieder rum besser als Mädchen. Am schlechtesten können Jungs lügen. Interessanterweise erkennen Männer aber besser als Frauen, wenn jemand lügt.
Rheinpfalz vom 10. Mai 2013
HOCKEY-MÄDCHEN HOCHZUFRIEDEN Platz zwei haben die Mädchen der Jahrgänge 1996 bis 1999 aus dem Speyerer Gymnasium am Kaiserdom beim Regionalentscheid von Jugend trainiert für Olympia belegt. „Aufgrund der kurzfristigen Absage von zwei Spielerinnen war dies ein hervorragendes Ergebnis, mit dem wir uns wahrscheinlich für die nächste Runde, den Landesentscheid am 17. Juni, qualifiziert haben“, teilte die betreuende Lehrerin Nina Kühn mit. Speyer besiegte in der Vorrunde Mainz 4:0 und verlor gegen Frankenthal 1:3, fügte dieser Auswahl aber den einzigen Gegentreffer des Turniers zu. Im Halbfinale folgte als Gruppenzweiter ein 2:0-Erfolg über Mainz. Im Endspiel unterlagen die Domstädterinnen Frankenthal 0:5. Am Donnerstag <16.5.2013> startet die Schule im Wettkampf III in Frankenthal.
Rheinpfalz vom 27. April 2013
BEI SPENDENLAUF GUT 7000 EURO ERLÖST (pse)
Als großen Erfolg verbucht Schülersprecherin und Hauptorganisatorin Lina Piller den Spendenlauf des Gymnasiums am Kaiserdom vom Mittwoch. Ihre Auswertung gestern hat ergeben: Rund 450 Schüler haben über ihre jeweiligen Sponsoren 6676 Euro gesammelt. Dazu kamen 950 Euro von Spendern. Die Summe wird je zur Hälfte als Spende für das Kinderhospiz in Dudenhofen und für den Erwerb neuer Sitzbänke für den Pausenhof der Schule verwendet. „Es gab viele Helfer, eine gute Unterstützung der Sportlehrer Martina Doser und Manuel Amann und keinerlei Zwischenfälle“, bilanziert Piller die sportliche Betätigung im Rheinstadion. Für die Klassenstufen fünf bis sieben war sie verpflichtend gewesen, von den Acht- bis Zehntklässlern hatten sich bis auf drei Klassen alle mit Zweidrittelmehrheiten für eine freiwillige Teilnahme entschieden.
GUTE EXPERIMENTE – Schüler tüfteln sich zum Landessieg
Die Beschäftigung mit Streusalz beziehungsweise dem Flugzeugbau brachte drei Pfälzer Jugendlichen gestern erste Plätze beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“. Der Frage „Streusalz – wichtig und richtig?“ hatten sich Jonas Wüst und Eddie Bochmann (beide 12 Jahre) vom Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium in Speyer gewidmet und sicherten sich damit in Geo- und Raumwissenschaften den Landessieg. Sie haben untersucht, wie viel Streusalz der Hausmeister auf dem Schulhof benötigt, wie das Salz zusammengesetzt ist, und wie Pflanzen auf Salz reagieren. Sie verglichen die Wirkung von Streusalz mit einem Glycol-Wasser-Gemisch, wie es zum Enteisen von Flugzeugen verwendet wird. Im Bereich Mathematik/Informatik punktete Tiemo Benjamin Esser (14) vom Privaten Gymnasium Weierhof am Donnersberg in Bolanden mit „Bau und Programmierung eines autonomen, also computergesteuerten Schleppflugzeuges“, er wurde als Landessieger ausgezeichnet.
Einen zweiten Platz in Technik holten Fabian Berkes (14), Gymnasium am Kaiserdom Speyer, zusammen mit Bernhard Eisvogel (14), Hans-Purrmann-Gymnasium Speyer. Dritte Plätze gab es in der Sparte Arbeitswelt für Maike-Sophie Scheidel (12)/Timo Strack (10) vom Burggymnasium Kaiserslautern, in Biologie jeweils für Amelie Kiehm (11)/Mira Lehner (11) vom Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken sowie Anna Röder (13)/Lara Walter (14) vom Gymnasium am Kaiserdom Speyer.
Landesweit hatten sich 782 Schüler an dem Wettbewerb beteiligt, das Finale richtete das Pharmaunternehmen Boehringer in Ingelheim aus.
Rheinpfalz vom 25. April 2013
ÄHNLICH UND DOCH GANZ ANDERS
Mit Daunenjacken, Schals und Mützen bekleidet standen sie in gleißendem Sonnenlicht bei 31 Grad Celsius und hatten Herzklopfen. Nicht etwa wegen der unverhältnismäßigen Kleidung, sondern wegen der 22 ihnen bis dahin noch fremden Leute, die sie mit strahlenden Gesichtern begrüßten, mit Luftballons und selbst gemachten Plakaten aus dem Flughafengebäude hinauslotsten und längst das Gepäck der gerade erst Gelandeten übernommen hatten.Und dennoch hatte alles seine Ordnung, denn es war der 7. April 2013 und somit der erste Tag von 13 Tagen Schüleraustausch mit der israelischen Partnerschule Ginsburg Highschool in Yavne, der Partnerstadt von Speyer. Die 20 Schülerinnen und zwei Lehrer des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer haben sich auf einen Schüleraustausch der besonderen Art eingelassen und dabei Menschen kennengelernt, die in einem Land leben, in dem Vieles unserem ähnelt, und manchen ganz anders ist.
Gewohnt haben die Speyerer Austauschschüler in ihren israelischen Gastfamilien und somit nicht nur die touristischen Spezialitäten erfahren: Den Holocaust-Gedenktag sowie den Independence-Day Israels als Deutscher in einer jüdischen Familie verbringen zu können, war genauso eindrücklich wie das Durchstreifen der verwinkelten Gassen der Jerusalemer Altstadt. Besonders interessant waren die Gespräche mit den Menschen Israels: abends mit der Gastfamilie, die von der Wehrpflicht ihrer Söhne und Töchter sprach und davon, wie es ist, mit der Erfahrung von Terroranschlägen und Bombenschutzräumen zu leben. In Jerusalem mit dem Benediktinermönch Jonas über den ereignisreichen Alltag einer christlichen Minderheit in der Heiligen Stadt und von den Anfeindungen, die es manchmal gibt. Und in Bethlehem mit dem palästinensischen, evangelischen Pfarrer Mitri Raheb, für den eine Fahrt in das zehn Kilometer entfernte Jerusalem ein Ding der Unmöglichkeit ist, weil er hinter einer neun Meter hohen Mauer in der Westbank lebt.
Denn eben diese Treffen haben einen kleinen Einblick in die Hintergründe der vielen, scheinbar unlösbaren Probleme dieses aufregenden Landes geboten. Und obwohl vieles so schwierig ist in Israel, haben auch alle von der Hoffnung auf eine sicherere Zukunft gesprochen. Denn dass Israel ein traumhaft schönes Land ist, haben die Speyerer Schülerinnen auch erfahren auf ihren Ausflügen zum See Genezareth, auf die Golanhöhen und in die Negev-Wüste mit ihrem Toten Meer.
So sind die deutschen Reisenden bepackt nicht nur mit Mitbringseln, sondern auch mit Tausenden neuer Erfahrungen, emotionalen, warmen Erinnerungen in ihren Flieger nach Hause gestiegen. Der Abschied, der sichtlich schwer fiel, wurde durch eines getröstet: Alle warten sehnsüchtig auf die Ankunft ihrer neuen israelischen Freunde im September in Speyer. Dann werden die Schülerinnen des Gymnasiums am Kaiserdom sowie die sie begleitenden Lehrer Peter Sauter und Katrin Krause genauso liebevolle und interessierte Gastgeber sein, wie es die israelischen Gastfamilien waren.
Rheinpfalz vom 17. April 2013 (+cor)
WETTSTREIT „ALTE SPRACHEN“:
Zwei Pfälzer im Finale – Gestern Preisverleihung in Speyer
SPEYER (swz). Über 500 Schüler haben in diesem Jahr am Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ teilgenommen und dabei ihre Kenntnisse in den Alten Sprachen unter Beweis gestellt. Für das Finale der besten Acht haben sich auch zwei Pfälzer qualifiziert.In der ersten Runde des Wettbewerbs, der seit 1991 vom Landesverband des Deutschen Altphilologenverbandes und vom Mainzer Bildungsministerium veranstaltet wird, schreiben die Teilnehmer eine Klausur in Latein oder Griechisch. Auf den, der es in die zweite Runde schafft, wartet dort eine Hausarbeit. Die besten acht Teilnehmer kommen in die dritte Runde, wo sie sich einem Kolloquium an der Universität Mainz stellen müssen. Zu diesen Finalisten gehören auch Joshua Burgert (Gymnasium am Kaiserdom Speyer), der gleichzeitig den Preis der Stadt Neustadt erhielt, und Melissa Neumann (Immanuel-Kant- Gymnasium Pirmasens), die zudem mit dem Preis des Bildungsministeriums ausgezeichnet wurde. Bei einem Erfolg im Kolloquium können sie ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes erringen. Bei der Preisverleihung für die erste und zweite Runde gestern in Speyer sagte Bildungsstaatssekretär Walter Schumacher, der Wettbewerb zeige, dass die klassischen Sprachen immer noch für Schüler attraktiv seien. Dass Latein auch heute noch entscheidend weiterhelfe, verdeutlichte Schuhmacher an einem Beispiel: „Nur weil sie Latein beherrschte, konnte eine Agentur-Journalistin als erste den bevorstehenden Rücktritt von Papst Benedikt melden. Sie hatte den Inhalt der Rede des Papstes vor den Kardinälen als einzige unter den Berichterstattern sofort verstanden.“
STARK IN ALTEN SPRACHEN
22 Schüler aus Rheinland-Pfalz sind gestern im Historischen Ratssaal in Speyer für herausragende Leistungen in Latein und Griechisch von Kultusstaatssekretär Walter Schumacher geehrt worden. Darunter war der Speyerer Joshua Burgert. Am Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ können Schüler der 11. und 12. Klassen teilnehmen. Der Wettbewerb, bei dem auch verschiedene Städte Preise vergeben, wird in drei Runden ausgetragen. 502 Schüler haben sich an der ersten Runde (Klausur) beteiligt, die zweite Runde bestand aus Hausarbeiten. In Speyer haben sich gestern die besten Teilnehmer aus den Runden eins und zwei des Wettbewerbs eingefunden.Tobias Tix vom Regino-Gymnasium Prüm, der den Preis der Stadt Speyer erhielt, wurde diese Auszeichnung von Oberbürgermeister Hansjörg Eger verliehen. Zusätzlich wurde ihm von Irina Kreusch, Schulrätin vom Bistum Speyer, der Thomas-Morus-Preis zuerkannt. Joshua Burgert, der den Preis der Stadt Neustadt bekam, besucht das Gymnasium am Kaiserdom in Speyer.
Eger sagte: „Latein ist zwar keine Sprache, die gesprochen wird, steht aber für geistige Bildung.“ „Latein ist aktuell“, meinte Staatssekretär Schumacher und erinnerte daran, dass eine italienische Journalistin als erste vom Rücktritt Papst Benedikts erfuhr, weil sie Latein beherrschte. „Die dritte Runde des Wettbewerbs ist von bundesweiter Bedeutung“, erklärte der Staatssekretär. Die acht Besten stellen sich dabei einem Kolloquium an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität im Wettstreit um die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes. Federführend bei dem Wettbewerb, der vom Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Altphilologenverbandes (DAV) und vom Landesbildungsministerium getragen wird, ist Hartmut Wilms. Johannes Rensinghoff sprach als Vertreter der Schüler über die Bedeutung der alten Sprachen Latein und Griechisch. Von den antiken Autoren könne man auch heute noch durchaus lernen, beispielsweise was den demokratischen Staatsaufbau betreffe. Rensinghoff vom Görres-Gymnasium Koblenz erhielt den Herzog-Wolfgang-Preis.
Speyerer Morgenpost vom 16. und Rheinpfalz vom 21. März 2013
250 Euro für die Klassenkasse
Die Schüler des Religionsunterrichts der 5b im Gymnasium am Kaiserdom von Peter Sauter waren dankbar für die Möglichkeit, im Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung ein interessantes Thema bearbeiten zu können: „Hoffnung Europa – Flüchtlinge aus Afrika“. Bebel Schehl, Emma Reimer und Corinna Franz waren gleich begeistert und hatten schnell eine tolle Idee: Sie wollten den Kontakt herstellen zu Eva, einem Mädchen aus Ghana, das ihnen in Speyer aufgefallen war. Alle waren motiviert, die konkrete Geschichte der jungen Afrikanerin zu erfahren. Am Ende mündeten die Ergebnisse in ein bebildertes Leseheft, das nach Bonn geschickt wurde und die Jury beeindruckt hat: Die Jugendlichen der 5b hatten sich offensichtlich mit der Problematik intensiv und kreativ beschäftigt. Die Anstrengung wurde mit einem Preis belohnt: 250 Euro fließen in die Klassenkasse. Fast 52.000 Jugendliche hatten dieses Jahr am Wettbewerb teilgenommen.
Rheinpfalz vom 7. März 2013 (krx)
Lego-Team fährt zur WM
Es ist der krönende Abschluss für die SAP ReMovers. Die fünf Schüler, davon vier vom Gymnasium am Kaiserdom (GaK), haben im Januar bei den Zentraleuropäischen Meisterschaften der First Lego League (FLL) in Obrigheim den zweiten Platz belegt und sich damit für die Teilnahme am World Festival in den USA qualifiziert. Am 20. April fliegt die Gruppe um Coach Thomas Kögel für zehn Tage nach St. Louis, Missouri. Die SAP ReMovers sind eines von drei zentraleuropäischen Teams, die dort antreten werden. Insgesamt nehmen 89 Gruppen teil.Zuvor hat das Team die Jury schon beim Regionalwettbewerb in Rheinzabern und bei den Semi-Finals Zentraleuropa in Rockenhausen überzeugt. First Lego League (FLL) ist ein weltweites Förderprogramm, das Kinder und Jugendliche für Wissenschaft und Technologie begeistern möchte. Der Team-Gedanke steht dabei im Vordergrund. Vier Aufgabenbereiche gibt es im Wettbewerb: Einer davon ist das FLL Robot-Game. Das Team muss einen vollautomatischen Roboter entwerfen, bauen und so programmieren, dass er Aufgaben auf einem vorgegebenen Parcours so gut wie möglich erfüllt. Fabian Kögel, mit 17 Jahren der älteste der Sap ReMovers, erklärt die Bedingungen: „Vorgegeben ist der Computerbaustein NXT, drei Motoren und die Software. Der Roboter darf ausschließlich aus Legoteilen gebaut werden.“ Im Wettbewerb muss der Roboter 15 Aufgaben ohne Hilfe erledigen. Je besser das geschieht, umso mehr Punkte bekommt das Team. Bewertet wird außerdem das „Roboter-Design“. Das Team muss dabei einer Jury ohne Beisein des Coaches den Roboter zeigen, die Programmierung und die Werkzeuge erklären. Ein anderer wichtiger Teil des Wettbewerbs ist eine Forschungspräsentation zu einem vorgegebenen Thema. In dieser Saison steht der Wettbewerb unter dem Motto: „Senior Solutions“. Es geht darum, Probleme älterer Menschen zu erkennen und eine Lösung zu bieten. Die SAP ReMovers haben sich Gedanken zum Thema Diabetes gemacht. Die Idee der SAP ReMovers: Ein im Ohrläppchen implantierter Chip misst Blutwerte und sendet, wenn der Blutzuckerwert zu hoch ist, ein Signal an die implantierte Insulinpumpe. „Wir haben ein Komplett-System entwickelt, das ist neu“, erklärt Fabian Kögel. Außerdem hat sich das Team mit einem Experten, einem Diabetologen und einem Diabetiker ausgetauscht.
Im vierten Teil des Wettbewerbs geht es um die Zusammenarbeit im Team. Die Gruppe muss ohne Coach eine Aufgabe lösen. Dabei geht es weniger darum, tatsächlich ein Ergebnis zu finden, als die Aufgabe gemeinsam zu meistern. Ihre beste Chance in den USA können die SAP ReMovers schwer einschätzen, da das Bewertungssystem etwas anders ist. „Ich denke, dass wir im Robo-Design Chancen haben. Bei den Robot-Games ist die Konkurrenz der asiatischen Teams groß. Uns geht es darum, viel Spaß zu haben und alles mitzumachen“, sagt Fabian Kögel. Zu den Sap ReMovers gehören neben Fabian Kögel dessen Schwestern Katharina (15) und Maria (11) und Marie Sautmann (15). Alle sind Schüler am GaK. Dazu kommt Tobias Gaumann (15) aus Münzesheim bei Karlsruhe. Es wird der letzte Wettbewerb für das Team sein, im nächsten Jahr sind die meisten zu alt. Das Team sucht noch Sponsoren, die es finanziell oder mit kleinen Geschenken, die an die anderen Teams verteilt werden, unterstützt. Ansprechpartner ist Thomas Kögel (E-Mail: thomas.koegel <@> sap.com). Er koordiniert das Ganze.
Rheinpfalz vom 18. Februar 2013 (krx)
Jugend forscht: Speyerer in zwei Wettbewerben vorn
Besser hätte es für die jungen Forscher des Gymnasiums am Kaiserdom (GaK) beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb am „Naturwissenschaftlichen Technikum Dr. Künkele“ in Landau am Freitag kaum laufen können. Vier Gruppen mit acht Schülern nahmen teil. Zwei erste Plätze, ein zweiter und ein dritter Platz wurden dabei erreicht.
Die beiden Sieger nehmen nun im April am Landeswettbewerb in Ingelheim teil. Am Vormittag hatten die Schüler ihre Projekt an ihren mit Plakaten selbst gestalteten Ständen einer Fach-Jury vorgestellt, am Nachmittag war für Besucher geöffnet.Im Fachbereich Technik siegten Fabian Berkes und Bernhard Eisvogel, beide 14. Ihr Thema lautete „Automobile auf dem Weg zur Autonomie“. Die zwei Technikfreaks haben ein Roboter-Auto gebaut, das völlig selbstständig einer kurvigen Fahrbahn folgen kann, ausweicht, wenn ein Hindernis im Weg steht und überholen kann. Sie haben zwei Prototypen aus Fischertechnik-Robotic-Teilen zusammengebaut. „Für die Praxis ist unser Roboter aber noch nicht geeignet“, sagen die Forscher. Sie erhielten auch einen Sonderpreis: „ein Tag bei Daimler“. Berkes ist Schüler am GaK, Eisvogel am Purrmann-Gymnasium. Im Fachbereich Biologie traten drei Gruppen vom GaK an. Insgesamt waren hier zehn Projekte gemeldet. Die Kaiserdom-Schüler belegten die ersten drei Plätze. Ständig von Interessierten umlagert war der Stand von Anna Röder (12) und Lara Wagner (13). „Ich sehe, dass zu lügst. Wer lügt am besten?“ hieß ihre Sieger-Arbeit. Sie haben untersucht, ob man Lügen an der Körpersprache erkennen kann. Wer schwindelt, kratzt sich oft an der Nase, schaut nach links, verkrampft die Hände oder schneidet Grimassen. Ihr Fazit: Erwachsene lügen besser als Kinder, Frauen besser als Männer, und Mädchen lügen besser als Jungs.Mit dem „Geheimnis der Knöllchenbakterien“ befassten sich Simon Kraus (12) und Konstantin von Pückler (10). Sie wurden Zweite vor Maria Kögel und Leontina Klein (beide 11), die fleischfressende Pflanzen untersucht haben.
GaK-Betreuungslehrerin Sandra Gallenstein durfte einen Schulpreis in Höhe von 217 Euro entgegennehmen, weil das GaK mit neun Forschergruppen bei drei Regionalwettbewerben landesweit die drittmeisten Jugend-forscht-Teilnehmer stellt. Außerdem bekam die Schule einen „Umwelt-Koffer“ für die meisten Gemeldeten bei „Schüler experimentieren“ für Kinder bis 14 Jahre.
Rheinpfalz vom 15. Februar 2013 (krx)
Jugend forscht: Regionalentscheide
„Deine Idee lässt dich nicht mehr los“, lautet das Motto der „Jugend- forscht“-Wettbewerbe 2013. Ab diesem Monat stellen 11.411 Jugendliche ihre Projekte auf 79 Regionalwettbewerben vor. In Rheinland-Pfalz treten bei drei von zehn Wettbewerben Speyerer an. Schüler bis 14 Jahren treten in der Sparte „Schüler experimentieren“ an, ältere in der Sparte „Jugend forscht“.Heute fahren vier Gruppen aus Speyer zum Regionalwettbewerb nach Landau. Drei Gruppen, alle Schüler des Gymnasiums am Kaiserdom (GaK), nehmen im Fachbereich Biologie teil. „Neues Haustier? Die Venusfliegenfalle“ heißt der Beitrag von Maria Kögel (11) und Lena Tahirovic (12) aus Römerberg sowie Leontina Klein (11, Speyer). „Ich sehe, dass du lügst. Wer lügt am besten“, fragten sich Anna Röder (12) und Lara Wagner (13, beide Speyer). Dem „Geheimnis der Knöllchenbakterien“ gingen Simon Kraus (12, Waldsee) und Konstantin von Pückler (10, Speyer) auf die Spur. Im Bereich Technik befassen sich Fabian Berkes (14) vom GaK und Bernhard Eisvogel vom Purrmann- Gymnasium mit dem Thema „Automobile auf dem Weg zur Autonomie“. Sie kommen aus Dudenhofen.Ein zweiter Regionalwettbewerb findet am Mittwoch, 20. Februar, in Frankenthal statt. Auch dort kommt die Mehrzahl der Speyerer vom GaK. Im Fach Biologie fragt Sophia Heger (18, Speyer): „Ist es möglich, anhand der Augen Lügen zu erkennen?“. Linn Gabrielsen (11), Carlotta Hebisch (11) (beide Speyer) und Christina Koppenhöfer (11, Römerberg) haben „Papier aus Kuhdung“ hergestellt. Amelie Sessler (12) und Ricarda Stevens (11, beide Speyer) gingen der Frage nach „Welches Gießwasser ist am besten für eine Pflanze?“. Vom Friedrich-Magnus-Schwerd- Gymnasium kommen Jonas Wüst (12) und Eddie Bochmann (12, beide Speyer). Sie haben sich im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaft mit dem Thema „Streusalz – Wichtig und Richtig?“ befasst.Nach Mainz fahren am 22. Februar Corinna Franz (10, Schifferstadt) und Mika Wagner (14, Speyer), beide vom GaK. Franz’ Arbeit heißt „Wie kann man ein Graphitplättchen auf einem Magneten schweben lassen?“. Wagner hat das Thema „Der Nurflügler – Die perfekte Flugzeugform?“. (krx)
Rheinpfalz vom 24. Januar 2013 (krx)
Keine Heldenrolle drin - Artikel über das neue Alarmsystem am GaK
Im GaK an der Großen Pfaffengasse gibt es seit 2009 bereits 25 Alarmstationen, an denen Amok- oder Feueralarm ausgelöst werden kann. Seit Ende der Herbstferien ist die neue ELA-Anlage (Elektroakustische Anlage) in Betrieb. Die Alarmstationen sehen nun etwas anders aus als zuvor, die Signale sind verändert und nahezu alle Klassenräume sind an eine Lautsprecheranlage angeschlossen.Als Feueralarm ertönt statt einer Klingel eine Sirene. Das haben die Schüler bei einer Übung schon mitbekommen. Wie sich ein Amokalarm anhört, werden sie hoffentlich nie erfahren. Der wird aus gutem Grund nicht geübt, sondern ausschließlich im Ernstfall ausgelöst. Kai Müller, Mittelstufenleiter am GaK und Leiter des 2008 gegründeten Krisenpräventionsteams der Schule, erklärt, was dann geschehen würde: Es ertönt keine Sirene, sondern Lautsprecher senden eine auf Band aufgezeichnete Nachricht, die klar macht, dass dies ein Ernstfall ist. Zusätzlich können individuelle Nachrichten von der Schulleitung übertragen werden.
Die Theorie ist den Schülern bekannt. Sie und die Lehrer wissen, was sie in dem Fall tun müssen: Türen absperren, verbarrikadieren und sich aus der „Schusslinie“ begeben, weit weg von Fenstern und Türen. Informationen soll die Lehrkraft telefonisch an Schulleitung oder Polizei weitergeben. Die Schüler wissen aber auch, dass sie diesen Amokalarm nicht grundlos auslösen dürfen. „Das wird sehr, sehr teuer, denn der Alarm wird direkt an die Polizei und die Feuerwehr weitergeleitet“, unterstreicht Müller. Versehentlich kann der Alarm nicht ausgelöst werden, eine Plastikabdeckung, die mit einer Plombe gesichert ist, muss erst angehoben werden und dann eine Scheibe eingeschlagen und der Knopf gedrückt werden. In Rheinland-Pfalz wurden alle Schulen von ihrer Dienstaufsichtsbehörde (ADD) verpflichtet, sich mit dem Thema Krisenprävention zu befassen. Dazu wurden zum Schuljahr 2008/09 Ordner verteilt, die die Rahmenbedingungen vorlegen. Wie diese umgesetzt werden, ist Sache der Schulen.
Die Alarmstationen sind nur der für alle sichtbare Teil, im Hintergrund hat sich das Krisenpräventionsteam, zu dem außer Müller noch sechs andere Lehrer gehören, viele Gedanken gemacht und alles in einem Krisenordner zusammengefasst, der in allen Räumen der Schulleitung ausliegt. Herzstück ist ein acht Punkte umfassender Leitfaden über das Verhalten im Krisenfall – sprachlich und inhaltlich bewusst einfach gehalten. „Diese Regeln hat jeder Kollege auch noch im Scheckkartenformat bekommen, um sie ständig bei sich tragen zu können“, berichtet Müller. Der Ordner enthält darüber hinaus Raumpläne und Außenansichten sowie eine Liste der Ansprechpartner. In den Klassenräumen hängen Alarmpläne aus. Jedes Mitglied des Krisenpräventionsteams der Schule hat unterschiedliche Aufgaben. Alle Bereiche sind von Lehrern doppelt besetzt. Im Notfall wird aus dem Krisenpräventionsteam ein Krisenteam. Seine Aufgabe ist es, die wenigen Minuten bis zum Eintreffen der Polizei zu überbrücken. Wichtig für alle Kollegen: Niemand soll den Helden spielen. „Jeder Lehrer hat eine Verantwortung gegenüber seiner Lerngruppe, aber auch gegenüber sich selbst.“ Eine verschlossene Schulpforte mit ständiger Eingangskontrolle lehnt Müller ab. Schule soll angstfreies Lernen und miteinander Leben sein, argumentiert er. Eine potenzielle Gefahrensituation dürfe nicht im Kopf eskalieren. „Deswegen wird der Amokalarm auch nicht geübt. Der Ernstfall ist zum Glück sehr unwahrscheinlich.“ (krx)
Rheinpfalz vom 21. Januar 2013: Bericht zur Verabschiedung von Gilbert Kunz (Andrea Dölle)
BÜHNENREIFE FRÜCHTE DER ARBEIT
Abschiedskonzerte für Musiklehrer Gilbert Kunz in der Speyerer Stadthalle

„Alles hat seine Zeit“: Unter dieses Motto hatte Gilbert Kunz seine Abschiedskonzerte am Freitagabend und gestern in der Speyerer Stadthalle gestellt. Fast 40 Jahre lang war er Lehrer für Musik und Latein am Gymnasium am Kaiserdom.Selten dürfte ein Lehrer bei seiner Verabschiedung so zufrieden auf die Früchte seiner Arbeit schauen können – ganz wörtlich, denn die Bühne am Freitag war voller gegenwärtiger und ehemaliger Schüler, die unter seinem Dirigat hören ließen, was sie bei Kunz gelernt hatten. Das Orchester der Ehemaligen, verstärkt durch Lehrer der Schule, der Schulchor mit dem Chor der ehemaligen Jugendkantorei: Fast 200 Musiker standen und saßen auf der Bühne, die Kunz auf die eine oder andere Art musikalisch angeleitet hatte.Für manche war der Musikunterricht der Beginn der eigenen Karriere als Musiker: etwa Stephan Wehr, Organist und Professor für Dirigieren an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz, der durchs Programm führte, oder Bassist Mario Klein, der bereits mehrfach bei den Bayreuther Festspielen sang und derzeit am Theater Regensburg engagiert ist.
Das Programm des Abends enthielt viele biografische Bezüge zu Kunz. „Omnia tempus habent“ (deutsch: „Alles hat seine Zeit“), ein Werk von Carl Orff für Sprechchor mit Schlagwerkbegleitung, eröffnete den Abend feierlich und archaisch. Es erinnerte daran, dass Kunz gleich im ersten Jahr am Kaiserdomgymnasium einen Orff-Spielkreis gegründe hatte.
„Ich hab die Schnauze voll“, sang anschließend Johannes Cantzler, begleitet von einem kleinen Jazz-Ensemble. Den Titel aus dem Musical „König Artus“ – einem von dreien, die Gilbert Kunz für Schulaufführungen geschrieben hat – hatte Cantzler bereits als Zwölfjähriger vor 24 Jahren vorgetragen. Nun ergänzten ihn zwei neue, zum Abschied gedichtete Strophen. Bei Carl Orffs fröhlichem „Gassenhauer“ spielte Gilbert Kunz eines der vier Xylophone. Ganz anders, mit deutlichen Barock-Anklängen, kam Franz Schuberts Chor-Kantate „Mirjams Siegesgesang“ in einer verkürzten Fassung daher. Eine Brücke zwischen den Musikstilen mehrerer Jahrhunderte errichtete Kunz mit seiner Paraphrase über das „Ave Maria“ von Jakob Arcadelt aus dem 16. Jahrhundert. Bereits Franz Liszt hatte es zu einem Orgelwerk verarbeitet, das wiederum Kunz als Vorlage diente. Das Programm endete mit seiner Vertonung des Psalms 150 – einem großen Lobgesang für Sopran, Bass, Chor und Orchester. Kein schlechtes Resümee eines langen Berufslebens.
Rheinpfalz vom 14. Januar 2013 (Interview zur Verabschiedung von Gilbert Kunz):
MUSIK IST EIN GEMEINSCHAFTSERLEBNIS - Lehrer Gilbert Kunz über Konzerte, Schulorchester und glückliche Schülergesichter
Fast 40 Jahre hat Gilbert Kunz am Gymnasium am Kaiserdom Musik und Latein gelehrt. Nun wird er mit dem Konzert „Alles hat seine Zeit“ in der Stadthalle verabschiedet. Der 64 Jahre alte gebürtige Harthausener blickt in einem Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Anne Kirchberg zurück – und nach vorne.
Sind die beiden Konzerte wirklich Ihre letzten? Ja, schließlich gehe ich in Pension! Die Idee für die Abschiedskonzerte kam sowieso nicht von mir, sondern von Friedrich Burkhardt. Als wir uns vor etwa einem Jahr über meine Pensionierung unterhielten, meinte er: „Da machst du nochmal ein großes Konzert!“ Ich antwortete: „Du bist lustig, ich habe dann gar kein Ensemble mehr!“ Daraufhin versicherten mir die Kollegen, dass ich alles bekomme, was ich brauche.
Wann stand für Sie fest, dass Sie Musiklehrer werden möchten? Das wusste ich bereits als Schüler, zumindest fiel damals meine Berufswahl als Lehrer. Meine Fächerkombination mit Musik und Latein hat sich aus meinen Neigungen ergeben. Ich begann im Alter von neun Jahren mit dem Klavierspielen, das mir viel Freude bereitete und später erlebte ich in St. Ottilien in Oberbayern bei den Benediktinern eine in jedem Sinne reichhaltige, musikalische Ausbildung.
Empfanden Sie das Fach Musik schwerer zu lehren als Latein? Auf jeden Fall schwerer. In Musik muss ein Lehrer wesentlich mehr Motivationskunst für viele Themen aufbringen, die man in Latein nicht benötigt. Schließlich ist das Hauptfach und wird genau wie Mathematik ohne große Diskussionen gelernt. Mir machte das Arbeiten mit den Schülern enormen Spaß. Einen Leistungskurs zum Abitur zu führen, ist ein wunderbares Gefühl.
Was hat Sie dazu motiviert, sich außerhalb des Musikunterrichts in Schulorchestern zu engagieren? Die Beschäftigung mit Jugendlichen und das Bestreben, diese zum gemeinsamen Musizieren zu motivieren. Musik ist ein Gemeinschaftserlebnis.
Warum sind Schulorchester wichtig? Abgesehen von der Erziehung zum zukünftigen Konzertbesucher facht man Begeisterung an. Gemeinsam ein eigenes Konzert zu gestalten, ist für Schüler einmalig. Unter anderem komponierte ich drei Musicals, die ich mit Schulklassen aufführte. Am Ende von Aufführungen oder Konzerten in die Gesichter der Kinder zu sehen, diese Erleichterung und die Begeisterung – das sind unglaublich schöne Momente.
Fällt es schwer, loszulassen? Es ist schwierig, ja, allerdings nicht so schwer, wie ich dachte. Damit es nach meiner Pension weiter geht, habe ich das Symphonieorchester bereits vor sechs Jahren an meinen Nachfolger Friedrich Burkhardt übergeben und voriges Jahr im Mai die Brass Band an Armin Fischer-Thomann. Denn es ist wie das Motto des Konzertes: „Alles hat seine Zeit“.
Welche der Stücke wählten Sie weshalb aus? Zum Beispiel den Sprechchor „Tempora – Alles hat seine Zeit“ von Carl Orff, der nicht nur Motto des Konzertes ist, sondern auch eine Verbindung zu meinem Schulfach Latein. Zudem den von mir komponierten Musical-Song „Ich hab die Schnauze voll.“ Es singt der junge Mann, der es als Zwölfjähriger in der Premiere vortrug. Der „Gassenhauer“ ist ein Orff-Instrumentalstück. Ich gründete 1974 einen Orff-Kreis und der Gassenhauer war bald das Lieblingsstück der Schüler. Besonderheit ist, dass es die Schulleitung gemeinsam mit der Fachschaft Musik spielen wird. „Mirjams Siegesgesang“ ist von meinem Lieblingskomponisten Franz Schubert, in dem meine Kollegin Seraina Spohr den Solopart übernimmt. Dann darf ich noch zwei eigene Kompositionen aufführen: das „Ave Maria“ von Arcadelt/Liszt, das ich gerne auf der Orgel spiele, habe ich für Orchester und die wundervollen Stimmen von sechs unserer Schüler paraphrasiert. Und dass ich meinen Psalm 150 noch einmal aufführen darf, ist für mich ein krönender Abschluss.
Termine & TicketsFreitag, 18. Januar , 19 Uhr, und Sonntag, 20. Januar, 16 Uhr: „Alles hat seine Zeit“, Abschiedskonzert für Gilbert Kunz, Stadthalle Speyer;
Kartenvorverkauf: Gymnasium am Kaiserdom, Große Pfaffengasse 6, Speyer, Sekretariat, Telefon: 06232 67720 oder 06344 938420
Rheinpfalz vom 17. Dezember 2012 (krx):
MELDUNG zur Verabschiedung der Power-Pause-Pionierinnen Sabine Senn und Heidi Schwab (
bitte klicken!)
Rheinpfalz vom 11. Dezember 2012 (krx):
PLATZ ZWÖLF BEI FIRST LEGO LEAGUE
Voller Begeisterung sind die Schüler der Lego-Roboter AG des Gymnasiums am Kaiserdom (GaK) nach Rockenhausen gefahren. Knapp zwei Wochen zuvor hatten sie den Regional-Wettbewerb der First Lego League (FLL) in Rheinzabern überlegen gewonnen. Nun ging es in den Halbfinals um die Qualifikation für das FLL Finale Zentraleuropa. Am Ende reichte es für den zwölften Platz. 21 Gruppen aus Westdeutschland waren angetreten.„Die Kinder waren etwas enttäuscht, aber ich finde, wir können stolz sein. Schließlich waren die Schüler aus dem GaK eines der jüngsten Teams“, sagte Betreuerin Jessica Senzig. Neun Schüler aus der sechsten bis achten Klasse waren dabei, unterstützt von den Elftklässlern Fabian Kögel und Arthur Heimbrecht.
Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Senior Solutions“. Die Schüler sollten sich Gedanken um die Probleme älterer Menschen machen. Drei Aufgabenbereiche gibt es: die „Robot-Games“, eine Präsentation und eine Team-Arbeit. Für die Robot-Games mussten die Kinder Roboter bauen und programmieren, so dass diese im Parcours fahren. „Unsere Roboter waren dieses Mal nicht gut drauf“, sagte Senzig. Ganz gut schnitt das Team bei der Präsentation ab. In Form eines Theaterstückes haben sie Ihre Erfindung erklärt: eine Art Gabelstapler, mit der Ältere Gegenstände aus unteren Regalen im Supermarkt heben können. „Am besten waren wir in der Teamarbeit“, erzählte Senzig. Da galt es, aus Papier und Gummi eine Kugelbahn mit zwei Biegungen zu bauen. Die Lego Roboter AG gibt es am GaK seit 2006. Dies war die erste Teilnahme an einem der Semi-Finals.
Rheinpfalz vom 29. November 2012 (krx):
ROBOTER-WETTBEWERB: KAISERDOM-SCHÜLER GUT
Das Team der Lego-Roboter-AG des Speyerer Gymnasium am Kaiserdom hat sich beim Regionalwettbewerb der "First Lego League" in Rheinzabern für die nächste Runde qualifiziert. Am Donnerstag, 5. Dezember, treten die zehn Schüler, die von Lehrerin Jessica Senzig betreut werden, bei den "Semi-Finals" in Rockenhausen an. "Senior Solutions" heißt das diesjährige Motto des Wettbewerbes. Drei Aufgabenblöckemüssen die Teilnehmer erfüllen: In einer Präsentation soll ein innovativer Lösungsvorschlag für ein ausgewähltes Problem älterer Menschen gezeigt werden. Bei den Robot Games müssen Lego-Roboter so programmiert werden, dass sie einen vorgegebenen Parcours absolvieren. Zudem ist eine Team-Aufgabe zu lösen. Das Speyerer Team tritt gegen 20 Team aus ganz Westdeutschland von Aachen bis Heilbronn an. Im Falle eines Sieges steht dann die Teilnahme beim "FLL Finale Zentraleuropa" im Januar in Obrigheim an.
Rheinpfalz vom 19. September 2012 (von Katrin Hüther)
Repräsentativ: ein Bucheinband, der als Geschenk für Georg Gustav von Pfalz-Veldenz bestimmt war (Foto: privat).
DIE GESCHICHTE HINTER DEN BÜCHERN
Speyerer Landesbibliothekszentrum zeigt Einbände aus der Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom
„Ex Bibliotheca Lycei Spirensis”: Unter diesem Titel sind ab morgen 40 Einbände aus der Bibliothek des Speyerer Gymnasiums am Kaiserdom im Foyer des Landesbibliothekszentrums zu besichtigen. Die Ausstellung wird um 19 Uhr mit der 17. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Erfassung, Erhaltung und Erschließung historischer Bucheinbände (AEB) eröffnet.
„Wir zeigen nur die Einbände, aber bei vielen steckt eine Geschichte dahinter”, erzählt Ausstellungskurator Armin Schlechter von der Landesbibliothek. Die Einbände verrieten viel über die Herkunft eines Buches und seien historisch wertvolle Quellen.
Die Bibliothek des Kaiserdom-Gymnasiums enthielt nach der napoleonischen Zeit mehrere Speyerer Bibliotheken. Dazu gehörten die ältere Gymnasialbibliothek, die Bibliothek des Domkapitels sowie die Speyerer Stadt- und Ratsbibliothek.
Die in der Ausstellung präsentierten Drucke aus mehreren Jahrhunderten sind chronologisch angeordnet. Der älteste Druck datiert um etwa 1500, der jüngste von 1785. Inhaltlich gebe es eine große Bandbreite an Themen, so Schlechter im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Der Betrachter findet Schulbücher, Schulpreise mit handschriftlicher Urkunde im Buch, Fachliteratur, Atlanten und numismatische Werke ebenso wie etwa einen Katalog der Domkapitels-Bibliothek. Dennoch stehen laut Schlechter die Bucheinbände und ihr buchhistorischer Wert im Mittelpunkt.
„Es gibt so etwa fünf bis sechs herausragende Bände”, so der Speyerer Bibliothekar. Zu ihnen zählt eine Bibel von 1757 mit einem Holzdeckeleinband und verzierten Innenkanten, die besonders gut erhalten ist, da sie im Originalschuber gelagert wurde. Der Rest seien typische Gebrauchseinbände der Zeit.
Zu sehen im Speyerer Landesbibliothekszentrum vom 21. September bis zum 3. November, montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, und samstags, 9 bis 12 Uhr.Zur Ausstellung erscheint ein Katalog unter dem Titel „Ex Bibliotheca Lycei Spirensis” als Band 8 in der Reihe „Schriften des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz”.
Rheinpfalz vom 12. Juli 2012 (von Carolin Eichhorn):
LUSTIG SCHIMPFEN IN TOTER SPRACHE
Persönlich: Viola Herschbach ist Landessiegerin im Sprachenwettbewerb Latein - Unterricht weckt das Interesse
Die 14-jährige Viola Herschbach macht auf den ersten Blick nicht gerade den Eindruck, als hätte sie ein besonderes Faible für eine „tote Sprache”. Sie kann mit dieser Sprache aber nachweislich sehr gut umgehen. Die Schülerin des Gymnasiums am Kaiserdom ist vor kurzem Landessiegerin beim Sprachenwettbewerb Latein geworden.
Seit vier Jahren gehört Latein zu Viola Herschbachs Lieblingsfächern. Ihre Neigung könnte durchaus in den Genen liegen. Beide Eltern sind Lateinlehrer. Aber gezwungen worden sei sie nie dazu, versichert die Schülerin im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Bevor ich in der fünften Klasse damit angefangen habe, war Latein zuhause nie ein Thema. Ich habe keine Asterix-Bücher gelesen und meine Eltern wären sicher auch mit anderen Sprachen zufrieden gewesen”, erinnert sie sich.
Die Begeisterung für Latein habe der interessant gestaltete Unterricht in der Unterstufe geweckt. „Seitdem macht es wirklich Spaß. Es macht mir nichts aus, Vokabeln zu lernen oder zu übersetzen.”
All das konnte die Achtklässlerin beim Landeswettbewerb umsetzen: In sechs Stunden galt es zu übersetzen, Lücken mit passenden Satzteilen zu füllen, Stilmittel zu erklären und sich im sogenannten Hörverstehen zu beweisen. Ihr Talent half ihr, sich bei diesem Mittelstufen-Wettbewerb gegen weitere Acht-, Neunt- und Zehntklässler durchzusetzen. Ihr Lateinlehrer Martin Müller hat mit seiner Schülerin eine Premiere gefeiert: „Es ist vorher noch nie passiert, dass eine der Jüngsten sich gegen Ältere durchsetzt”, betonte er.
Die „tote Sprache” ist nicht die einzige Fremdsprache, die die Siegerin beherrscht. „Ich lerne noch Englisch und Griechisch sowie Französisch in einer AG.” Ihre große Liebe gilt aber Cäsars Sprache. Sie möchte sie auch in ihrem Beruf später einmal nutzen. „Eigentlich interessiert mich Dolmetschen, aber das kann ich mit Latein ja nicht machen. Und ich mag die Sprache viel zu sehr, als dass ich sie irgendwann später vergessen möchte”, so Herschbach. Lehrerin wie ihre Eltern wolle sie nicht werden, aber als Professorin an einer Uni zu unterrichten, das würde ihr gefallen.
Neid unter ihren Freunden gibt es nicht. Eher erntet sie Bewunderung. „Meine Mitschüler finden das toll, dass ich so gut bin”, sagt sie. Latein sei ja auch nicht immer so altmodisch. Schimpfwörter seien ziemlich modern, „und es ist lustig, wenn es keiner verstehen kann”.